INNOTRANS 2014

Talbot Services auf der InnoTrans

Im Zeitraum vom 23. bis 26. September 2014 fand die internationale und weltweit größte Fachmesse für Verkehrstechnik in Berlin statt. Auf der InnoTrans präsentierten sich 2.758 Firmen aus 55 Ländern und gaben Einblicke in interessante bahntechnische Neuheiten. Als älteste bestehende Waggonfabrik Deutschlands durften wir bei dieser wichtigen Veranstaltung natürlich nicht fehlen. Kurz nach der Neugründung der Talbot Services GmbH wurde daher beschlossen, dass wir uns und unser neues Konzept vorstellen werden. – Mit vollem Erfolg. Da wir mit so einem großen Andrang an Interessenten auf unserem Stand im City Cube – Halle B, Stand 306 nicht gerechnet haben, wurden unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir führten viele interessante Gespräche und hatten unter anderem die Möglichkeit unseren Kunden und potentiellen Neukunden unsere Investition zur erweiterten Infrastruktur vorzustellen: Mit ca. einem Drittel mehr Hallenfläche für die Unterbringung kompletter Züge, bieten wir unseren Kunden noch mehr Möglichkeiten als zuvor.

Wir bedanken uns bei unseren Besuchern der InnoTrans recht herzlich und würden uns freuen Sie 2016 wieder an unserem Messestand begrüßen zu dürfen.

Messestand

 

Artikel Aachener Zeitung

Dienstag, 22. April 2014
Aachener Zeitung

 Talbot setzt Millionendeal auf die Schiene

VON STEPHAN MOHNE

Aachen. An der Jülicher Straße ist kein Plätzchen (mehr) frei. „Ausgebucht“, meldet Dirk Reuters. Keine Halle, kein Büro auf dem 130.000 Quadratmeter großen Talbot-Gelände, die nicht genutzt würden. Hätte das vor einem Jahr jemand prophezeit, wäre er wohl ausgelacht worden.

Und selbst Reuters, Gründer, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der noch nicht einmal ein Jahr alten Talbot Services GmbH, hätte das wohl kaum für möglich gehalten. Doch die „neue“ Talbot brummt derart, dass derzeit sogar mehrere Millionen Euro in die Hand genommen werden, um neue Infrastruktur zu schaffen und alte zu sanieren.

Mehr noch: Mittlerweile arbeiten im Traditionswerk, das bekanntlich 2012 unter dem Namen Bombardier kurz vor der Schließung stand, wieder 350 Menschen und damit 120 mehr als zum Start im vergangenen Jahr. Damit immer noch nicht genug: Reuters und Co. haben gerade einen Megadeal unter Dach und Fach gebracht, der enorme Perspektiven bietet.

„Das ist ein Superding“, freut sich Dirk Reuters entsprechend. Das neue Geschäft ist ein Rahmenvertrag mit dem Branchenriesen „Harsco Rail“ aus Pennsylvania/USA. Das Unternehmen (über 12.000 Mitarbeiter/mehr als zwei Milliarden Euro Jahresumsatz) ist Weltmarktführer bei „Erhaltungsfahrzeugen“, in der Eisenbahnsprache schlicht „Gelbe Fahrzeuge“ genannt.

Das sind Züge, die zur Verlegung, zur Reparatur und zur Wartung von Schienenstrecken eingesetzt werden und teils sogar eigene Wohncontainer für die Arbeiter beinhalten. Harsco, so Reuters, wolle in Europa noch stärker werden – und hat dazu Talbot als Exklusivpartner auserkoren. In Aachen werden zunächst 13 solcher Züge montiert.

Sie sind für die Schweiz bestimmt und werden im neuen Gotthard-Basistunnel, dem größten Eisenbahntunnel der Welt (Eröffnung voraussichtlich 2016), eingesetzt. Für Talbot sollen alleine bei diesem ersten Auftrag 3,5 Millionen Euro herausspringen. Dazu gibt es noch eine Option für elf weitere Züge – und alles, was Harsco demnächst in Europa so an Land zieht. „Wir freuen uns, mit der Talbot Services einen starken Partner für die Montage unserer neuentwickelten Fahrzeuge gefunden zu haben“, heißt es aus den USA.

Der Vertrag sei „der Grundstein für eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit“. Die Fahrzeuge werden bei Talbot betriebsbereit gemacht und von dort aus auch in die Schweiz gebracht. „Das war ein harter Kampf. Toll, dass es geklappt hat“, so der Geschäftsführer. Laut Reuters werde gar überlegt, auch den Rohbau nach Aachen zu verlegen.

Dirk Reuters sieht den Auftrag als weiteres Talbot-Standbein. Davon gibt es jetzt schon einige. Und zwar so viele, dass die gesamten 70.000 Quadratmeter Hallenflächen genutzt werden – plus einer 120 Meter langen Zelthalle, wo ebenfalls neue Aufträge (Lackierungen) abgearbeitet werden. „Das ist mehr als jemals bei Bombardier“, so der Geschäftsführer stolz.

Im Dezember beschloss man, neue Schienen zu einer Halle zu legen, um Platz für gekoppelte Züge zu haben. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Die Verwaltung ist indes aufs Firmengelände gezogen. Das Talbot-Haupthaus an der Jülicher Straße aus den 1920er Jahren wird saniert. Kostenpunkt: mehr als zwei Millionen Euro. Für die Büros hat man schon potente Mieter.

Dasselbe gilt fürs benachbarte Ex-Garbe-Lahmeyer-Haus, wo sich „Streetscooter“ einquartieren wird und damit nahe an die Produktion der eigenen E-Mobile rückt, die bekanntlich ebenfalls bei Talbot Services über die Bühne geht. Darüber hinaus sind Flächen an namhafte regionale Firmen wie etwa FEV vermietet. Die Auftragsbücher sind indes gut gefüllt.

Für die Ex-Mutter Bombardier montiert man Bahnen, für die Ex-Konkurrenz Stadler und Alstom werden Züge saniert und modernisiert – um nur Beispiele zu nennen. Über die 230 Festangestellten der ersten Stunde neuer Talbot-Zeitrechnung hinaus gibt es laut Reuters bereits 45 befristete und einige neue unbefristete Arbeitsverträge. Dazu kommen „Leasingkräfte“. Im Sommer werden sechs Auszubildende fest übernommen.

Dennoch bleibt Dirk Reuters weiter vorsichtig, wenn es um Prognosen geht. „Unser Ziel bleibt es, die Strukturen hier am Standort halten zu können. Alles, was oben draufkommt, ist schön.“ Apropos: Schön ist die Entwicklung auch für die Mitarbeiter. Sie mussten zu Beginn Lohneinbußen als Kröte schlucken. Dafür wurde eine Beteiligung für den Erfolgsfall festgeschrieben. Dazu sagt Reuters: „Wir liegen voll im Plan.“ Und er fügt hinzu: „Den Neuanfang zu wagen, hat sich gelohnt.“

 

 

Artikel Aachener Zeitung

Samstag, 1. Februar 2014
Aachener Zeitung – Stadt / Wirtschaft / Seite 6

Zwei Aufträge mit Perspektive

Geschäfte der Aachener Talbot Services GmbH laufen gut, die Belegschaft wächst kontinuierlich. „Wir haben uns einen guten Namen gemacht.“

VON BERTHOLD STRAUCH

Aachen. Die Geschäfte der aus dem Zugbauunternehmen Bombardier hervorgegangenen Talbot Services GmbH laufen immer besser. Sieben Monate nach der in hartem Kampf vollzogenen Loslösung bestätigte Geschäftsführer Dirk Reuters im Gespräch mit unserer Zeitung zwei Aufträge, die das neue Geschäftsfeld der Sanierung von Bahnfahrzeugen beleben und für eine längere Auslastung sorgen.

Bereits im Dezember war bekannt geworden, dass Talbot Services für die alte Konzernmutter in den Hallen an der Jülicher Straße zehn neue S-Bahn-Züge für den Einsatz im Raum Frankfurt am Main baut. Ein Auftragsvolumen von 8,5 Millionen Euro – mit der Option auf sechs weitere Züge. Jetzt geht es dort kurzfristig um das Aufpolieren von 45 Zügen des Typs GTW (Gelenktriebwagen) des Schweizer Herstellers Stadler Rail. Auftraggeber ist der private niederländische Betreiber Arriva. Die Arbeiten sollen Anfang März beginnen, 24 Wochen sind veranschlagt. Damit die Fahrpläne der im Limburger Raum verkehrenden Züge wegen fehlender Ersatzkapazitäten eingehalten werden können, seien wohl Wochenendarbeit und ein Drei-Schichten-System unerlässlich, kündigt Reuters an. Talbot Services soll sich um die Beseitigung von Korrosionsschäden kümmern, vor allem an den Fenstern der 40 oder 55 Meter langen Dieseltriebzüge. Die Aachener konnten diesen Auftrag der Gesellschaft Nedtrain, einer Tochter der niederländischen Eisenbahngesellschaft NS, wegschnappen. Das finanzielle Volumen beziffert Reuters auf rund 1,2 Millionen Euro.

Der zweite Auftrag könnte zu einem noch größeren Umfang anwachsen. Dabei geht es um die Aufarbeitung von zunächst 14 Züge des französischen Herstellers Alstom. Die Fahrzeuge des Typs ET 422 sind für die Deutsche Bahn im Nahverkehr im Raum Düsseldorf unterwegs. Auch dieser Auftrag über rund 600 000 Euro soll ab März über die Bühne gehen. Weitere Züge könnten folgen. Von bis zu 60 Exemplaren im Gesamtauftragswert von 2,2 Millionen Euro, die bis Mitte 2016 aufgefrischt werden sollen, sei die Rede, sagte Reuters. Die Entscheidung soll im dritten Quartal erfolgen.

Die Zahl der Mitarbeiter bei Talbot Services (einschließlich Leiharbeitskräfte) ist auf rund 300 angestiegen – mit wachsender Tendenz. Ende 2013 waren es noch 275. Reuters ist zuversichtlich, dass die aufgenommenen neuen Partnerschaften demnächst weitere Folgeaufträge nach sich ziehen. Die angekündigte 1,4 Millionen Euro schwere Investition in die Erweiterung der Schieneninfrastruktur auf dem Werksgelände habe damit volle Berechtigung. Reuters ist derzeit in weiteren Verhandlungen mit lukrativen neuen Partnern. Sein Fazit: Die Loslösung von Bombardier sei „ein Befreiungsschlag“ gewesen, die richtige Entscheidung: „Wir sind auf dem Markt der Schienenfahrzeuge präsent, haben uns bereits einen guten Namen gemacht.“